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„Wir gedenken…“

3. Tag des Projektes „Denkmäler für die Opfer des Faschismus“

„Wir gedenken der Frauen und Männer, die im Widerstand gegen die Gewaltherrschaft ihr Leben opferten. Wir ehren alle, die eher den Tod hinnahmen, als ihr Gewissen zu beugen.“- Tafel an der Neuen Wache

 

Unser letzter Projekttag beginnt mit einem Besuch des Roten Rathauses. Das riesige Gebäude ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit und auch nicht nur ein zu Berlin gehörendes Bauwerk, sondern auch eines der dem Terror des Krieges zum Opfer gefallenen Bauwerke. Wir sahen die Einschusslöcher am gesamten Gebäude.

Das nächste Ziel war der Lustgarten gegenüber dem Berliner Dom. Dort steht ein Denkmal für die Herbert-Baum Gruppe, die sich gegen die Ausstellung „Das Sowjetparadies“ auflehnte. Wir gingen zu der Neuen Wache, die 1816-1818 errichtet wurde. Im Inneren der Neuen Wache befindet sich eine Skulptur von Käthe Kollwitz. Sie zeigt „Mutter mit totem Sohn“. Dieses Denkmal rief in uns eine Empörung und tiefe Traurigkeit hervor.

„Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ – Heinrich Heine Dieses Zitat steht auf einem der zwei aus Bronze errichteten Platten vor der Humboldt Universität. Auf diesem Platz verbrannten die Nazis 1933 Tausende von Büchern von Hunderten Schriftstellern, wie zum Beispiel von Erich Kästner, Karl Marx und Robert Neumann. Das Denkmal ist eine in den Boden eingelassene Glasplatte, die einen unterirdischen Raum mit leeren Bücherregalen zeigt. Doch nicht nur der Platz vor der Universität birgt Spuren des Faschismus, sondern auch die Universität selbst zeigt einige Spuren der Zeit. Auf dem Gelände der Universität befindet sich ein Denkmal, für die hingerichteten Studenten und Dozenten aus der „Roten Kapelle“.

Die letzte Station unseres Projektes war der Besuch des Holocaust-Mahnmals in der Nähe des Brandenburger Tores. Inmitten all der Schönheit, der Pracht und der Moderne der Stadt, befindet sich ein kahles Denkmal mit Tausenden von Steinen. Die Steine sind alle unterschiedlich groß, jedoch stehen sie alle hintereinander in mehreren Reihen, auf den hohen und tiefen Ebenen des Bodens. Insgesamt sind es 41 Reihen und 2711 Steine. Das am 10. Mai 2005 eingeweihte Bauwerk steht für die Ermordung der Juden und wirkt auf uns sehr abschreckend, unheimlich und abstoßend.

Wir liefen zwischen den Steinen herum und konnten das Elend fühlen. Das Bauwerk wirkt wie ein endloses Labyrinth, aus dem man nie herauskommen wird. Die Steine erinnern an Grabsteine der Tausenden von Juden. Die Stille, die uns bei dem Hindurchgehen verfolgt, ermöglicht beim Gehen einen Gedanken an die Zeit, über das Schicksal der jüdischen Bevölkerung nachzudenken. Wir sollen die Hässlichkeit der Zeit, des Todes und der Weise der Ermordung der Juden nie vergessen. Diese Erfahrung nehmen wir aus den Projekttagen mit.

Alisa Kopteva, Kl. 8a Berlin, den 17.06.2019

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