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„Das Leid von Millionen“

2. Tag des Projektes „Denkmäler für die Opfer des Faschismus“

„Ich fühle das Leid von Millionen Menschen mit. Und doch, wenn ich zum Himmel schaue, denke ich, dass dies alles sich wieder zum Guten wenden wird.“ - Anne Frank, 15.Juli 1944 Diese Zeilen sind einigen von uns Schülern bekannt, jedoch sind wir fast alle nur mit der Herausgeberin vertraut. Das Schicksal Anne Franks und ihr Lebensweg waren heute die Hauptziele des Tages. Das Mädchen mit dem berühmten Tagebuch, versteckt und verfolgt und jeden Tag auf besseres hoffend.

Unser Tag beginnt jedoch nicht sofort mit der Forschung über die junge Jüdin, sondern mit einem Spaziergang zur Neuen Synagoge. Wir staunen über die Größe und Pracht, des in der Sonne funkelnden Bauwerkes, das 5. September 1866 eingeweiht wurde. Es ist das Abbild der jüdischen Religion in Berlin, jedoch auch gleichzeitig das Opfer eines gewaltigen Umbruchs für die Juden im Jahre 1938. In der sogenannten „Kristallnacht“ fiel die Synagoge, wie viele andere jüdische Bauwerke, dem Terror der Nazis zum Opfer und verbrannte lichterloh. Die Ruine wurde zusätzlich in den folgenden Kriegsjahren in mehreren Bombenangriffen zerstört.

Um 11 Uhr erreichen wir das Anne-Frank-Zentrum.

Und schon bevor wir es betreten, begrüßt uns ein atemberaubendes Kunstwerk in Form eines Portraits des Mädchens.

Beim Hinaufgehen fallen uns die zahlreichen Fotos von Anne an den Wänden auf. Diese zeigen das Mädchen in verschiedenen Altersabschnitten und gefallen unserer Gruppe auf Anhieb. Die Idee, den Weg mit Anne zu gehen, ist ergreifend. Im Zentrum angekommen bekommen wir Flyer mit zahlreichen Informationen sowohl über das Zentrum als auch über Anne selbst und Audioguides.

 

Anne Frank wurde am 12.Juni 1929 in Frankfurt geboren und lebte dort mit ihrer drei Jahre älteren Schwester Margot Frank und ihren Eltern Edith und Otto Frank fünf Jahre lang, bevor ihr Vater die Familie um 1934 nach Amsterdam holte. Die Ausstellung ist nicht besonders groß, jedoch konnte sie uns einen überaus tiefen Einblick in das Leben von und rund um Anne verleihen. Frau Mnich erzählte viel über Annes Kindheit und die Unbeschwertheit dieser Zeit. Wir hörten sehr gebannt zu und konnten uns anhand der zahlreichen Fotografien und Bilder das Leben Annes ganz genau vorstellen. Insbesondere war die Kopie des weltberühmten Tagebuchs, welches Anne zu ihrem 13. Geburtstag 1942 erhielt, ein Highlight für die Jugendlichen.

 

Die kleine Bibliothek der Ausstellung ermöglichte uns die zahlreichen Werke über Anne Frank in allen 70 Sprachen anzuschauen. Am 5.Juli 1942 bekommt Annes Schwester Margot einen Aufruf, sich zum „Arbeitseinsatz im Osten“ zu melden. Am nächsten Tag taucht die Familie im Hinterhaus der Prinsengracht 263 unter. Zusammen mit Hermann van Pels, seiner Familie und dem Zahnarzt Fritz Pfeffer leben die Franks zwei Jahre, tatkräftig unterstützt von: Jan und Miep Gieß, Johannes Kleimann, Victor Kugler und Bep und Johan Voskuijl. Das Versteck im Hinterhaus wird am 4. August 1944 entdeckt und alle acht Untergetauchten werden verhaftet und in das „Judendurchgangslager“ Westerbork gebracht. Danach folgt ein Transport nach Auschwitz.Ende Oktober/Anfang November werden Anne und Margot ins Lager Bergen-Belsen gebracht und sterben dort an den Folgen von Typhus. Annes Vater, Otto Frank, der einzige Überlebende der acht Untergetauchten, lässt das aufbewahrte Tagebuch seiner verstorbenen Tochter, 1947 in den Niederlanden veröffentlichen.

Alisa Kopteva, Kl.8a Berlin, den 14.06.2019

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