Politikwissenschaft

Politikwissenschaft

fachbereich politik.img.logo„Der Sinn einer Untersuchung des Politischen (im ureigensten Wortsinn: Öffentlichen) wäre ohne Bezug zur Diskussion des Politischen wohl zweifelhaft.“

Kayser/Hagemann: Urteilsbildung im Geschichts- und Politikunterricht (2005), S. 9

So dient auch für uns der politikwissenschaftliche Unterricht insbesondere „zur Ausbildung von fundierter Urteilskompetenz (...) und abgeleiteter Handlungsfähigkeit,...“ (ebenda) Grundlage dafür ist die Vermittlung eines wissenschaftlich fundierten Begriffs- und Methodenrepertoires innerhalb eines problemorientierten Fachunterrichtes, der stets auf die aktuellen Geschehnisse Bezug nimmt.

Das Fach Politikwissenschaft wird an unserer Schule als Grundkurs vom ersten bis vierten Qualifikationshalbjahr angeboten. Im Abitur können unsere Schülerinnen und Schüler PW als 3. (schriftlich) oder 4. Prüfungsfach (mündlich) und/oder als 5. Prüfungskomponente wählen. In einem neu eingerichteten Seminarkurs PW/Geschichte besteht für Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe die Möglichkeit sich fächerübergreifend mit politikwissenschaftlichen Fragestellungen im historischen Kontext auseinanderzusetzen.

Vorbereitend für die Oberstufe ist der Sozialkundeunterricht im Rahmen des Geschichtsunterrichts in den Klassen 7-10 zu betrachten. Themen wie Schülervertretungen als Mitbestimmungsgremium an der eigenen Schule, Menschenrechte und Demokratie als Herrschaftsform entwickeln Handlungs- und Urteilskompetenzen. Auch die Reflexion des Betriebspraktikums in der 9. Klasse im Themenfeld "Wirtschaft und Arbeitsleben" übernimmt der Sozialkundeunterricht. Aktuelle Probleme der Friedenssicherung und die Rolle von europäischen und internationalen Organisationen bahnen verknüpfend mit historischen Fragestellungen erste politische Urteile an.

Inhaltlicher Schwerpunkt im ersten Semester der gymnasialen Oberstufe im Fach PW ist das Themenfeld „Demokratie – gestern, heute, morgen.“ Fragen wie „Wer soll die Macht im Staate haben?“ oder „Sicherheit auf Kosten der Freiheit?“ beschäftigen hier die Schülerinnen und Schüler. Über durchdringende Text- und Karikaturanalysen leiten sie Sachurteile ab und üben in Rollenspielen multiperspektivisch an die Beurteilung konkreter politischer Fragen heranzugehen.

Im zweiten Kurshalbjahr stehen die Themenfelder Wirtschaft und Gesellschaft im Mittelpunkt. Die Frage, inwieweit der Staat die Wirtschaft lenken soll, nimmt beispielsweise verschiedene wirtschaftspolitische Ansätze in Zeiten der globalisierten Wirtschaftswelt in den Fokus. „Brauchen wir mehr oder weniger Sozialstaat?“ greift demografische Aspekte in Zusammenhang mit aktueller Sozialpolitik der Bundesrepublik Deutschland auf.

Schwerpunkt des dritten Semesters ist die Europäische Union. Fragen nach einem möglichen Demokratiedefizit im Institutionengefüge, die Gefahr der Überdehnung der EU, aber auch Probleme der Asylpolitik („Festung Europa?“) führen über Textanalysen, Pro-und-Contra-Debatten, Planspiele und Referate zu differenzierten politischen Urteilen.

Analyse – und Urteilskompetenzen finden im vierten Kurshalbjahr Anwendung auf die Politik der internationalen Ebene. Neben Weltordnungsmodellen der Welt nach 1989 stehen hier der Prozess der Globalisierung („Chance oder Risiko?“) und aktuelle internationale Konflikte („Haben wir eine internationale Schutzverantwortung?“) im Mittelpunkt des durchgängig problemorientierten Unterrichts.

Beispielhaft für das Erlernen von politischer Handlungs- und Urteilsfähigkeit stehen die regelmäßige Durchführung der U18-Wahlen vor Bundestags- und Abgeordnetenhauswahlen sowie die Teilnahme einiger Schülerinnen und Schüler am Planspiel „Simulation europäisches Parlament“ (SimEP).

Entsprechend der oben angeführten Ziele und unseres Leitbildes einer offenen Schule sind die

  •  Einladung von Referenten in den Unterricht (z.B. zu den Themen „Sozialstaat“, „Direkte Demokratie“, „Linksterrorismus“),
  • die Veranstaltung von Podiumsdiskussionen (z.B. mit den Wahlkreiskandidaten im Vorfeld von Wahlen auf allen politischen Ebenen),
  • der Besuch von politischen Institutionen (z.B. Bundestag, Abgeordnetenhaus oder Bundesrat) und
  • Projekte in Zusammenarbeit mit außerschulischen Bildungsträgern wie der Friedrich-Ebert-Stiftung („Rettet die Wahlen“ oder „GG 19 – Grundrechte in Gefahr?)

integrative Bestandteile der politischen Bildung unserer Schülerinnen und Schüler geworden.

 

Beiträge zum Fachbereich

Bearbeiter-Login

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.