Latein

Latein

Salvete! - Seid gegrüßt!

Die Sprache der alten Römer lebte noch lange nach dem Zerfall des römischen Reiches weiter. Die weit überwiegende Mehrzahl unserer geschichtlichen Zeugnisse aus mehr als 2000 Jahren finden wir in lateinischer Sprache, bis vor 100 Jahren war Latein mind. europaweit die Gelehrtensprache schlechthin und in der katholischen Kirche wird es zum Teil noch heute gesprochen und gesungen.
Auch wenn heute diese eine der drei „heiligen Sprachen“ auf den Straßen nicht mehr aktiv benutzt wird, ist Latein ebenso wenig tot wie jede Kunst und jede Erkenntnis aus der Philosophie, der Mathematik oder jedem anderen erdenklichen Bereich unseres Lebens und begegnet uns damit sowohl direkt als auch indirekt täglich in unserem Alltag.
Viele moderne Sprachen sind aus verschiedenen Dialekten des Lateinischen hervorgegangen: Neben Weltsprachen wie Spanisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch auch bspw. Rumänisch, Rätoromanisch oder Katalanisch. Wer Latein beherrscht, hat das Fundament kennen gelernt, auf dem diese modernen Sprachen aufbauen – und dabei kann nicht einmal der Deutschunterricht selbst, die „Matrix“ von Sprache deutlicher offenlegen als eben altsprachlicher Unterricht.

 

Latein als 3. Fremdsprache

Bundesweit lernen über 800.000 Schülerinnen und Schüler Latein. Seit Jahren hat diese alte Sprache – trotz insgesamt rückläufiger Schülerzahlen - eine der höchsten Wachstumsraten beim Fremdsprachenunterricht und rangiert nach Englisch und Französisch auf dem dritten Platz des Fremdsprachenunterrichts.

Der Unterricht macht mit einer der bedeutendsten Sprache der europäischen Geschichte und daher mit der Grundlage und den Grundprinzipien der meisten europäischen Sprachen bekannt. Er fördert durch die Arbeit des Übersetzens von Anfang an Genauigkeit beim Denken, Differenzierungsfähigkeit beim Gebrauch von Sprache, Präzision und Kreativität beim Formulieren von Texten. Der Lateinunterricht verhilft durch diese kontinuierliche Arbeit mit Texten zu einer deutlich besseren Lesefähigkeit und eröffnet auf jeweils altersgerechte Weise den Zugang zur Welt der griechisch-römischen Antike mit ihrem alltäglichen Leben, dem Denken, dem Fühlen und dem Glauben ihrer Menschen.

Die Lektüre lateinischer Literatur im Original, beispielsweise von Ciceros Reden und Staatsschriften, Vergils Aeneis, Ovids Metamorphosen oder auch lateinischer Literatur der Renaissance und des Humanismus, verschafft uns dabei sogar einen unmittelbaren Einblick in die europäische Kultur- und Geistesgeschichte bis hin zu den Mythen, mit denen sich Menschen bereits in der Bronzezeit – und wahrscheinlich noch davor - die Welt erklärten.

Der Unterricht bietet somit Themen, die dazu auffordern, sich mit „neuen” alten Ideen der Antike, mit gar nicht so fremden Werten vergangener Epochen, mit vertrauten eigenen Gewohnheiten und Sichtweisen auseinanderzusetzen. Antike Mythologie und bildende Kunst werden als europaweite Kulturgüter vermittelt sind ebenso Teil des Unterrichtsstoffes.

Im Land Berlin kann Latein als erste, zweite, dritte Fremdsprache oder gar als Spätbeginn in der Oberstufe gewählt werden. Das Coppi-Gymnasium bietet Latein als dritte Fremdsprache an. Das Erlernen der lateinischen Sprache soll bei entsprechender Leistung zum Erwerb des Latinums führen und damit verhindern, dass zukünftige Studenten es erst mühselig an der Universität erwerben müssen.

Sicherlich ist Latein ein Fach, in dem auch Pauken angesagt ist und das ein hohes Eigenengagement der Schülerinnen und Schüler voraussetzt; denn Syntax, Grammatik und Vokabeln gehören nun einmal zum Erlernen einer Sprache dazu. Dies ist in modernen Sprachen kaum anders. Aber es hat sich auch im Lateinunterricht viel geändert. Die Zeiten des Angst, Langeweile und didaktische Monotonie erzeugenden Frontalunterrichts sind schon lange vorbei, da moderne Lehr- und Lernmethoden, neue Lehrbücher und neue Medien im Lateinunterricht mittlerweile ihren festen Platz haben und schülerorientiertes sowie motiviertes Lernen ermöglichen.

 

Latein in der Sekundarstufe I

In der 8. Klasse ist es möglich, Latein als Wahlpflichtfach (2-stündig) und damit als 3. Fremdsprache zu wählen. Im Mittelpunkt des Anfangsunterrichts stehen die Erarbeitung grammatischer Phänomene und die Einübung der Übersetzungsarbeit, dabei können auch lexikalische Kenntnisse, die bereits in Englisch und Französisch erworben wurden, für Latein nutzbar gemacht werden. Unser Lehrbuch Prima C ist in 35 Lektionen untergliedert und begleitet unsere Latein-Lerner bis in das 1. Semester der Oberstufe. Themen sind z.B. das Leben im alten Rom, berühmte Persönlichkeiten der Antike (beispielsweise Caesar und Kleopatra), antike Sagen und historische Ereignisse.

Berliner Rahmenlehrplan der Sek I

 

Latein in der Oberstufe

Im Kurssystem der gymnasialen Oberstufe kann Latein als erweiterter Grundkurs (4-stündig) fortgesetzt werden. Schwerpunkt der Oberstufenarbeit ist neben der Sprachreflexion die Übersetzung und Interpretation repräsentativer Texte aus der lateinischen Prosa und Poesie. Sprach- und Methodenkompetenz werden weiter ausgebaut (beispielsweise Texterschließungsmethoden und Wörterbucharbeit) und verstärkt interkulturelle Kompetenzen geschult, so dass die Schülerinnen und Schüler wesentliche Nachwirkungen der antiken Kultur in der geistesgeschichtlichen und kulturellen Entwicklung Europas erkennen und beurteilen können. Folgende vier Themenfelder bilden den inhaltlichen Rahmen für die jeweiligen Semester und werden bspw. anhand der Autoren Caesar, Ovid, Cicero, Sallust und Seneca behandelt:

  • Gesellschaft und Alltagsleben
  • Geschichte und Politik
  • Welterfahrung in poetischer Gestaltung
  • Philosophie und Religion

Berliner Rahmenlehrplan der Sek II


Im Kursfahrtenzeitraum der 11. Klassenstufe wird jährlich eine Schülerfahrt nach Rom/Pompeji organisiert, so dass jeder Schüler unserer Schule die Möglichkeit bekommt, die Relikte römischer Geschichte und Baukunst direkt und am Original bewundern zu können.

 

Das Latinum

Das Latinum ist gemäß der Kultusministerkonferenz die Bescheinigung über die Fähigkeit, "lateinische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad inhaltlich anspruchsvoller Stellen (bezogen auf Autoren wie Cicero, Sallust, Livius) ggf. mit Hilfe eines zweisprachigen Wörterbuches in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen und dieses Verständnis durch eine sachlich richtige und treffende Übersetzung ins Deutsche nachzuweisen. Hierzu werden die Sicherheit in der für die Texterschließung notwendigen Formenlehre und Syntax, ein ausreichender Wortschatz und die erforderlichen Kenntnisse aus dem Bereich der römischen Geschichte, Philosophie und Literatur vorausgesetzt."

Das Latinum wird auf dem Abiturzeugnis bescheinigt und kann im Laufe der Schulzeit erworben werden. Schüler, die Latein als dritte Fremdsprache lernen, müssen für das Latinum den Lateinunterricht alle Kurshalbjahre der Oberstufe besuchen und im letzten (d.h. in dem für ihren Abschluss maßgeblichen) Halbjahr mindestens 5 Punkte (= ausreichend) erreichen.
Das Latinum wird also bei Latein dritter Fremdsprache ohne zusätzliche Prüfung vergeben.

 

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