Schüleraustausch

Austauschfahrt nach Paris 2011

Vom 4. bis 11. November fuhr eine Gruppe von 28 Schülern der 9. und 10. Klassen unter Begleitung von Frau Kuch und Herrn Küntzel nach Paris. Unsere Partnerschule war das Lycée Collège Paul Claudel im 7. Arrondissement, einem edlen Bezirk auf der Rive gauche, dem linken Seineufer. Passenderweise war das Erziehungsministerium ganz in der Nähe.

Unser Hinflug mit easyjet am Freitagabend verlief problemlos, wenn auch unsere Lehrer ein wenig unter Stress gesetzt waren, da einige Teilnehmer erst später als vereinbart auftauchten. Die Begrüßung auf dem Flughafen Orly verlief von Seiten der Franzosen so enthusiastisch, dass offenbar Umstehende gefragt haben, wer denn die Stargäste seien, die da eintrafen. Die Schüler wurden in die Familien verteilt und durften sogleich ein sehr langes Wochenende mit purem Französisch in den Familien erwarten. Besichtigungen wie der Tour Eiffel, der Champs-Elysées, von Notre-Dame und anderen Pflichtsehenswürdigkeiten wie Montmartre wurden in der Regel von den Gastfamilien organisiert.

  

 

 

 

 

Am Montag trafen sich alle zunächst in der Schule, die in einem beeindruckenden historischen Palais untergebracht ist. Von dort ging es in der Gruppe gleich zum Musée du Louvre, wo wir einen Riesenhappen Kultur zu verdauen hatten. Die Führung fand in perfektem Deutsch statt und wir lernten wesentliche Stationen der Kunstgeschichte kennen, vom alten Ägypten bis zum berühmten Gemälde von Delacroix: La liberté guidant le peuple, das den freiheitlich-freizügigen Geist unseres Nachbarlandes beschwor.

Zum Mittagessen ging es zurück in die Schule. Alle waren jedoch ein bisschen enttäuscht über die gastronomischen Leistungen der Schulkantine: Da hatten unsere Französischlehrer doch wohl ein wenig zu viel versprochen.

Leider trübte sich das Wetter pünktlich zur Rundfahrt auf der Seine am Nachmittag ein; nur einige Unverzagte trotzten dem Nieselregen und hielten sich an Deck auf, die anderen wärmten sich im Innenraum. So lernten wir Paris eben komplett von der Wasserseite aus kennen. Dann ging es zurück zur Schule, wo alle, teilweise nach einiger Wartezeit, von ihren Partnern abgeholt und nach Hause gebracht wurden. Dort erwartete alle meist ein üppiges warmes Abendessen, das wohl einige überforderte, so dass sich mache französische Gasteltern Sorgen zu machen begannen.

Am Dienstagmorgen ging es wieder von der Schule aus zur Fahrt mit der RER, vergleichbar der S-Bahn, nach Versailles. Auch hier machte das Wetter nicht gerade Lust, nach der Innenbesichtigung des Schlosses noch ausführlich durch den Park zu promenieren. Die mitgebrachten Lunchpakete nahmen wir in einem Zelt unter anderen französischen Schulklassen ein. Die meisten waren Grundschüler, aber einige ältere Franzosen nahmen doch die Gelegenheit zu einem kurzen Flirt mit unseren Mädchen war.

Der Mittwochvormittag sah uns in einem Kino hinter der Oper, wo uns der Film „Paris Story“ einen Überblick über die Geschichte der Stadt von den alten Galliern bis zur Gegenwart gab. Die geballten Informationen konnten natürlich nur den Lehrern auf Französisch zugemutet werden, die Schüler hörten es über Kopfhörer auf Deutsch und wunderten sich vielleicht über das patriotische Pathos, das sie aus ihrem eigenen Land nicht kannten. Der Mittwochnachmittag, der einzige Nachmittag ohne Unterricht für die Kleineren, jedoch Klausurtermin für die Größeren, wurde wieder in den Familien verbracht.


Der Donnerstag ermöglichte eine Teilnahme am Unterricht in den verschiedensten Klassen und Fächern, von den Kleinen bis zu den künftigen Abiturienten. Wie es bei Austauschfahrten fast regelmäßig geschieht, fielen einige von uns Deutschen durch respektloses Verhalten unangenehm auf. Viele mussten feststellen, dass entgegen dem Klischee in Frankreich größere Disziplin und bessere Manieren, sowohl in der Schule wie im Elternhaus, angesagt sind, als es oft in Deutschland der Fall ist. Nachmittags dann folgte unser zweites Kunstevent, diesmal im Musée d’Orsay, dem in einem ehemaligen Bahnhof eingerichteten Museum für die Kunst des 19. Jahrhunderts.

Der Donnerstag war der letzte Tag mit gemeinsamem Programm, denn der Freitag, der 11. November, war Feiertag, nämlich der Jahrestag des Waffenstillstandes 1918. Er wurde in den Familien verbracht und, da die Geschäfte trotzdem geöffnet waren, unter anderem für Einkäufe verwendet. Am Nachmittag ging es dann wieder zum Flughafen Orly. Auch dies verlief nicht ganz stressfrei für unsere Lehrer, da auch hier Verspätungen Einzelner nicht ausblieben. Schließlich aber kam es zur Verabschiedung, zu verschärfter Sicherheitskontrolle inklusive Schuheausziehen, und dann, nach gebührender Wartezeit, zum Rückflug.

In Berlin stand ein richtiges Empfangskomitee bereit, das unsere Lehrer mit Blumensträußen belohnte. Schließlich hatten sie alle unversehrt zurück nach Hause gebracht, nach einem doch insgesamt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, geglückten und erfolgreichen Parisbesuch. Der Gegenbesuch der Franzosen wird für den 24. bis 31. März 2012 erwartet.

 

Text und Fotos: Herr Küntzel

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