Auf Klassenfahrt zum Schloss Übigau

Eine Klassenfahrt der 8a zu einem alten Schloss, in dessen Nähe ein See ist, mit Wasser so klar wie Glas und um das Schloss eine Stadt, die im Mittelalter entstand. Ein Traum? Nein- Übigau!!!

Unsere Klassenfahrt begann an einem mehr oder weniger schönen Montagmorgen. Aufgeregt und mit voll gepackten Koffern sahen wir dem Bus entgegen, der uns nach Übigau bringen würde. Koffer eingeladen und die Fahrt ging mit viel Gewinke der Eltern und Kinder los. Gut zwei Stunden dauerte die Fahrt und wer nicht die letzte Müdigkeit ausschlief, der hörte Musik oder redete mit seinen Nachbarn. Angekommen rasten wir sofort ins Schloss hinein und erkundeten jeden Punkt, der uns zugänglich war. Als die Zimmerschlüssel ausgeteilt wurden, gab es zuerst ein kleines Chaos - nach langem Hin- und Hertauschen der Zimmer waren zum Schluss aber alle zufrieden. Es gab zwei Etagen mit unseren Zimmern, eine Etage war nur für die Aufenthaltsräume bestimmt. Unsere Zimmer waren echt wie gemacht für uns - nämlich ziemlich groß. Mittagessen gab es dann in einer nah gelegenen Schule. Um 15.30 Uhr machten wir eine Stadtführung mit. Uns wurden die wichtigsten Straßen, mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten, die alte Wassermühle und die Schulen gezeigt. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Bettenbeziehen und wir besuchten uns in unseren Zimmern.

Tag zwei: Heute bekamen wir unser Frühstück im Schloss. Da wir vorhatten, wie an den darauffolgenden Tagen auch, den gesamten Tag unterwegs zu sein, bekamen alle ein Lunchpaket mit Obst, Saft, Süßigkeiten und Broten. Nach dem Frühstück gings dann sofort los, eine Wanderung zum nah gelegenen Kiebitzsee. Dort angekommen gingen einige in das erfrischende Wasser, um sich von der prallen Mittagssonne abzukühlen. Danach hatten wir eigentlich vor, Minigolf zu spielen, doch die Anlage war geschlossen, also verschoben wir dies auf Mittwoch. Stattdessen gab es die Auswahl zwischen Tretbootfahren oder Wasserrutscherutschen. Viele meldeten sich fürs Tretboot, doch es fanden sich auch einige, die sich auf der Rutsche vergnügten. Um uns zu erholen, saßen wir nach den Rutsch- bzw. Tretbootaktivitäten in der nahe gelegenen Eisdiele, genossen die Sonne und ließen uns Eis und Slush schmecken. Als wir unseren Eishunger gestillt hatten, gingen wir zum benachbarten Beachvolleyballfeld. Es gab zwei Netze, sodass alle gleichzeitig spielen konnten. Die Zeit verging wie im Flug und mit einem erschreckten Blick auf die Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Wieder daheim aßen wir zu Abend und alle gingen müde zu Bett.

Am dritten Tag liehen wir uns Fahrräder, mit denen wir ins 14 km entfernte Saxdorf fuhren. Wir bekamen eine Führung in der 700 Jahre alten Backsteinkirche, die wegen ihres Innenraums sehr berühmt ist: Es gibt eine Kassettendecke, viele Wandmalereien, einen Altar und einen Heiligenschrein. Einmalig in Deutschland ist außerdem, dass jede Familie des Dorfes einen eigenen Teil des Friedhofes hat, wo die Verstorbenen bei ihren Vorfahren begraben werden können. Einige von uns besuchten noch den Pfarrgarten neben der Kirche, wo es über 3000 Pflanzenarten gibt. Nach dem Besuch der Kirche machten wir uns auf zum Kiebitzsee. Auf der Fahrradtour sind wir an einem alten russischen Flugplatz vorbeigefahren. Dort sahen wir uns spontan einen Hangar aus Kriegszeiten an. Am Kiebitzsee angekommen, hatten wir die Möglichkeit, schwimmen zu gehen. Nach der Erfrischung im See gingen manche Minigolf oder Volleyball spielen. Auch Frau Kuch und Herr Materna entschieden sich dazu, den Schläger zu schwingen. Alle Minigolfer waren begeistert, doch beim Volleyball ging es nicht weniger spannend zu! Um 17:30 Uhr fuhren wir eilig zurück zum Schloss, um pünktlich zum Abendessen zu kommen. Der einzige Haken war, dass wir nicht viel Zeit hatten, denn das Fußballspiel zwischen Deutschland und Finnland begann um 19:35 Uhr. Nach der ersten Halbzeit gingen manche mit Anton an den Flügel, um ihm beim Klavierspiel zuzuhören. Dies war sehr emotional und rührte manche zu Tränen. Später zeigten sich die etwas schlechteren Neuigkeiten: Bei einigen zeigten sich erste Anzeichen von Husten durch ein Jucken im Hals, ein überdimensional lautes Räuspern, das mit „ich hab mich verschluckt“ begründet wurde. Dennoch legten wir uns mit Vorfreude auf den nächsten Tag in die Federn.

Am Donnerstag hatten wir Großes vor. Wir machten uns auf den Rädern auf den Weg zu einem Kanuverleih in Wahrenbrück. Jede Gruppe bekam dort ein Boot und so paddelten wir nach ein paar Crashs und Drehungen um die eigene Mitte los. Wir paddelten die Schwarze Elster entlang, zuerst mit der Strömung bis zum Wehr. Dort angekommen machten wir eine kleine Pause, um etwas zu essen. Mit Stullen und Saft gestärkt ging es jetzt gegen die Strömung flussaufwärts. Ganz schön anstrengend! Nachdem wir heil beim Verleih angekommen waren, massierten erstmal die Kavaliere die verspannten Rücken der Mädchen. Wir halfen, die Boote sauber zu machen und dann ging es wieder zu unserem Schloss. Nach einem ausgiebigen Abendessen ging Frau Kuch durch die Zimmer und verteilte Hustensaft an die heiseren Schüler. Erschöpft fielen wir ins Bett.

Der letzte Tag war genau der Tag, an dem sich das Wetter von schön, warm und sonnig zu kalt und wolkig wandelte. Mit unseren Koffern standen wir vor dem Schloss und warteten mit trüben Gesichtern auf den Bus. Der kam leider pünktlich... In Berlin begrüßte uns der kalte Regen und der Verkehrslärm sehr herzlich. Nach innigen Umarmungen zum Abschied gingen wir schließlich nach Hause.

Die Klassenfahrt war allgemein sehr lustig, bildend und erholsam. Wir alle, die Schüler der Klasse 8a, hoffen auf eine weitere, so gut gelungene Klassenfahrt mit Frau Kuch und Herr Materna.

Text: Anton Görbing