Archiv 2016

COPPI, COPPI UND KEIN ENDE - SCHÜLER FÜR SCHÜLER

Über die Festveranstaltung zum 100. Geburtstag Hans Coppis an unserer Schule hat Herrn Schürlein bereits ausführlich berichtet. Wir wollen daran anknüpfen und den langen Weg darstellen, der nötig war, um diese Feierlichkeiten vorzubereiten.

Auf dem Programm standen zweierlei Dinge: Der Festakt und die einstündigen Vorträge, die unsere beiden Grundkurse Deutsch des elften Jahrgangs vor den siebten und achten Klassen und einer zehnten hielten. Wir hatten es uns zur Aufgabe gemacht, das Leben und den Kampf von Hans und Hilde Coppi gegen den Faschismus den jüngeren Mitschülern in umfangreichen Darbietungen nahe zu bringen. Um für diese Arbeit gut vorbereitet zu sein, lud uns Dr. Hans Coppi. zu sich in die Gedenkstätte Deutscher Widerstand in die Stauffenbergstr. ein. Dort führte er uns durch die Ausstellung und berichtete ausführlich und sehr emotional über seine Eltern und ihr Wirken in der Widerstandsgruppe Rote Kapelle während des Naziregimes. Er selbst wurde 1942 im Frauengefängnis in der Barnimstraße geboren. Das Ende des faschistischen Jahrzwölfts haben die Coppis nicht mehr erlebt. Sie wurden in Plötzensee enthauptet. Im anschließenden Gespräch beantwortete Dr. Hans Coppi unsere Fragen, z.B. dass es kein Grab seiner Eltern gibt, nicht einmal ein gemeinsames Foto.

Ausgestattet mit ausreichendem Material zum Nachschlagen und sehr viel Wissen, besaßen wir nun umfangreiche Informationen aus wahrhaft erster Hand und somit die Grundlagen für unsere Vorträge. Im nächsten Schritt trugen wir im Unterricht sämtliche Kenntnisse in Fünfergruppen zusammen. Nun konnten wir besprechen, worüber wir reden wollten und wer welchen Teil übernehmen sollte.  Mit Jahresbeginn gaben wir dann noch einmal richtig Gas. Wir gestalteten, probten, überarbeiteten und perfektionierten unsere Power-Point- Vorträge. In den letzten Stunden vor dem großen Tag waren wir dann alle sehr aufgeregt und wollten unsere Präsentationen - auf die wir so lange hingearbeitet haben - darbieten.

Dann war er endlich da. Der 25. Januar 2016! 36 adrett angezogene Jugendliche hetzten aufgeregt durch die Schule, um die letzten Dinge vorzubereiten. Alle wollten, dass dieser Tag perfekt wird. Niemand wollte einen Fehler machen und alle waren dementsprechend nervös. In der fünften Stunde nun war es so weit. Jede Gruppe stand vor ihrer Klasse und begann ihren Vortrag. Besonders interessant wurde es, als Dr. Hans Coppi persönlich die zehnte und zwei der achten Klassen besuchte und über seinen Vater berichtete. In dieser Zeit hatten die Schüler die Möglichkeit, ihm Fragen zu stellen. Wir alle lauschten interessiert seinen Worten, da auch uns noch nicht alle Fakten bekannt waren. Um die musikalische Orientierung der Schule auch in den Vorträgen zum Ausdruck zu bringen, sangen wir und die Schüler einer achten Klasse für Herrn Coppi beispielsweise das Lied "Wer möchte nicht im Leben bleiben" von Kurt Schwaen oder spielten einige Instrumentalstücke auf dem Klavier, der Geige oder der Flöte. Um die Schüler der unteren Klassen aktiv in unsere Vorträge einzubeziehen, gaben wir ihnen Aufgaben. Einige bekamen zum Beispiel einen Lückentext, in den sie die fehlenden Informationen eintragen sollten. Ebenso erhielten alle ein Handout, auf dem die wichtigsten Informationen über Hans und Hilde Coppi und über die Rote Kapelle zusammen gefasst waren. In der zehnten Klasse verteilten wir zusätzlich kleine Zettel, auf denen die Schüler Fragen notieren konnten, die sie Hans und Hilde Coppi gern gestellt hätten, wenn sie die Möglichkeit dazu gehabt hätten. Unsere Vorträge kamen wirklich gut an, die Schüler und Lehrer der jeweiligen Klassen haben uns sehr gelobt. Als krönenden Abschluss erstellte jede der 7 Gruppen eine Mappe über die Coppis, in der sämtliche Informationen, Artikel und Bilder über die beiden, die Handouts, die Präsentationen, die Links , die Sticks und u.a. auch Fragen, die die Schüler auf den Zetteln notierten, zusammengefasst sind. Die Mappen sind in der Bibliothek unserer Schule aufbewahrt. Und nächstes Jahr zum Coppi-Tag am 25.1.17 können wir somit die Schüler der neuen 7. Klassen über unsere Namensgeber umfassend informieren.

 

 

Doch mit diesen Worten soll dieser Artikel noch nicht enden. Wir bedanken uns bei Herrn Kauschke, der alles miterlebte, und dem Förderverein, dass wir als Lohn für unsere Leistungen und Anstrengungen die Eintrittskarten für das Trauerspiel "Emilia Galotti" im Prater geschenkt bekamen. Ebenso richtet sich unser Dank an Herrn Dr. Hans Coppi, der sich für uns alle viel Zeit nahm. Ein großer Dank gilt ebenso Frau Mnich, ohne die eine solche Festlichkeit nicht zustande gekommen wäre. Sie hat die Vorbereitungen vorangetrieben und organisiert. Sie hat uns Mut gemacht, wenn wir am Verzweifeln waren. Wir danken wir ihr für ihre Hilfe und Geduld.

Marie Arens, Kl. 11 Hannah Damm, Kl.11

Bearbeiter-Login